Ratgeber

Metalldetektor richtig einstellen

Bodenabgleich, Empfindlichkeit, Notch und Iron Audio in der richtigen Reihenfolge, dazu Startwerte für jeden Einsatzort.

Zur Reihenfolge

Redaktion Metalldetektor-Guide · aktualisiert am 20. Oktober 2026

Die Antwort in Kürze

Stelle den Metalldetektor in dieser Reihenfolge ein: passenden Modus wählen, an einer metallfreien Stelle den Boden abgleichen, die Empfindlichkeit so hoch stellen, dass das Gerät ruhig bleibt, und erst danach Diskriminierung oder Notch ergänzen. Die genauen Tasten und Werte stehen im Handbuch deines Modells.

Redaktion Metalldetektor-Guide Aktualisiert am 20. Oktober 2026 So vergleichen wir
Inhalt dieser Seite
  1. In dieser Reihenfolge stellst du ein
  2. Bodenabgleich: der wichtigste Regler
  3. Empfindlichkeit: so hoch wie möglich, so niedrig wie nötig
  4. Diskriminierung, Notch und Iron Audio
  5. Frequenz und Störungen
  6. Grundeinstellungen je Einsatzort
  7. Fehlerbilder und ihre Ursachen
  8. Herstellerhandbücher zum Nachschlagen

In dieser Reihenfolge stellst du ein

Die Reihenfolge ist wichtiger als der einzelne Regler. Wer erst die Diskriminierung dreht und dann den Boden abgleicht, sucht den Fehler später am falschen Ort. Die Schritte gelten für die meisten Geräte. Hast du noch keins, hilft der Vergleich der Metalldetektoren für Anfänger bei der Auswahl.

  1. Gerät vorbereiten: Schließe die Spule fest an und wickle das Kabel eng um die Stange. Garrett nennt das als erste Prüfung bei unruhigen Signalen. Setze Kopfhörer auf, sie machen schwache Signale hörbar.
  2. Modus wählen: Der Nokta Simplex startet laut Handbuch im Feld-Modus mit 2 Tönen. Für nassen Strandsand wählst du den Strand-Modus.
  3. Boden abgleichen: Mache das an einer Stelle ohne Metall, bevor du suchst.
  4. Empfindlichkeit einstellen: Erhöhe sie, bis das Gerät gerade noch ruhig bleibt.
  5. Erst jetzt ausblenden: Setze Diskriminierung oder Notch sparsam ein.
  6. Am bekannten Objekt prüfen: Halte eine Münze, einen Nagel und ein Stück Alufolie unter die Spule und höre, wie dein Gerät sie anzeigt. Nokta rät dazu, mit verschiedenen Metallen die Töne des Geräts kennenzulernen.

Wie ein Detektor arbeitet und warum diese Regler wirken, erklärt der Ratgeber Wie funktioniert ein Metalldetektor?

Bodenabgleich: der wichtigste Regler

Der Bodenabgleich (Ground Balance) stimmt das Gerät auf Mineralien und Salze im Boden ab. Garrett schreibt, die Leistung leide unter Bodenmineralisierung, und der Abgleich sei der Weg zu Stabilität und Zielerkennung. Das Vorgehen ähnelt sich bei vielen Geräten. Als Beispiel dient der Nokta Simplex Ultra, bei dem Nokta beide Wege im Handbuch beschreibt:

  • Automatisch: Halte die Abgleichtaste und pumpe die Spule über einer metallfreien Stelle gleichmäßig von etwa 15 bis 20 cm auf 3 cm über dem Boden und zurück. Meist reichen 2 bis 4 Bewegungen, bis ein Piepton den Abschluss meldet. Wiederhole den Vorgang 2- bis 3-mal. Die Werte sollen höchstens 1 bis 2 Zahlen auseinanderliegen.
  • Manuell: Pumpe die Spule und achte auf den Ton. Wird er beim Anheben höher, ist der Wert zu niedrig. Wird er beim Absenken höher, ist er zu hoch. Stimmt der Abgleich, klingen beide Bewegungen gleich.

Beim Garrett AT Max läuft es ähnlich: SHIFT halten und die Spule zwischen 2 und 20 cm über dem Boden pumpen, bis kaum noch Bodenton zu hören ist. Ein niedriger Wert zeigt laut Garrett leitfähigen Boden wie Salzwasserstrand, ein hoher Wert eisenhaltigen Boden.

Achtung: Gleiche nie über einem Metallziel ab. Garrett warnt im ATX-Handbuch, dass du das Ziel dadurch löschen kannst. Wähle eine Stelle, an der kein Signal zu erwarten ist, und wiederhole den Abgleich, sobald sich der Boden ändert.

Nicht jeder Untergrund lässt sich automatisch abgleichen. Nokta nennt als schwierig: nassen Strandsand, alkali- oder salzwasserhaltige Böden, vermüllte Plätze, gepflügte Felder, stark mineralisierte Böden und Böden mit sehr geringer Mineralisierung. Dort hilft der manuelle Abgleich oder der Strand-Modus. Erfahrene Sucher stellen den Abgleich laut Nokta leicht positiv ein, sodass beim Absenken der Spule ein schwacher Ton entsteht. Das bleibt eine Option für später.

Piept das Gerät trotz Abgleich weiter, hilft der Ratgeber Metalldetektor piept ständig.

Empfindlichkeit: so hoch wie möglich, so niedrig wie nötig

Die Empfindlichkeit ist die Tiefeneinstellung des Geräts. Nokta empfiehlt, sie auf den höchstmöglichen Wert zu stellen, bei dem keine lauten Knallgeräusche auftreten. Sonst gehen kleinere und tiefere Ziele verloren. Beim Simplex gibt es 30 Stufen. Jeder Modus merkt sich seinen eigenen Wert. Garrett bietet beim ACE 400i und beim AT Max acht Stufen.

Senke die Empfindlichkeit, wenn das Gerät unruhig wird. Garrett nennt als Gründe zu viel Metallmüll, stark mineralisierten Boden, elektrische Störungen und andere Detektoren in der Nähe. Prüfe aber zuerst Bodenabgleich, Diskriminierung und Frequenz. Bei Rauschen in der Luft empfiehlt Nokta zuerst den Frequenzwechsel, dann die Empfindlichkeit, um möglichst viel Tiefe zu behalten.

Diskriminierung, Notch und Iron Audio

Diskriminierung blendet Leitwerte aus. Der Notch-Filter sperrt gezielt einzelne Bereiche und lässt die übrigen offen. Beim ACE 400i hat die Skala laut Garrett 12 Segmente, die sich einzeln an- und abschalten lassen. Beim Simplex ist Eisen laut Nokta bei jedem Start ausgeblendet, die Ultra-Version bietet zusätzlich automatisches Notching.

Iron Audio macht ausgeblendetes Eisen als tiefen Ton wieder hörbar. Garrett beschreibt den Nutzen so: Du hörst Eisenmüll, bevor du gräbst, und erkennst fragwürdige Signale. Ein Nagel klingt dann mehrfach und tief, ein flacher Flaschendeckel mit einer typischen Folge aus tief, hoch, tief. In Gebieten mit viel Eisen rät Garrett, Iron Audio auszuschalten, weil sonst zu viele Signale entstehen. Alternativ kannst du bei Nokta die Eisenlautstärke senken, statt stark zu diskriminieren. Das schafft laut Nokta mehr Tiefenleistung.

Tipp: Blende so wenig wie möglich aus. Mit zunehmender Diskriminierung gehen laut Garrett schlecht leitende und kleine, dünne Ziele verloren, und die Tiefe sinkt.

Frequenz und Störungen

Manche Geräte erlauben eine kleine Frequenzverschiebung. Sie hilft, wenn Strom, andere Detektoren oder Zäune stören. Der Simplex bietet drei Stufen (F1, F2 und F3), Standard ist die mittlere F2. Der ACE 400i verschiebt in vier Stufen. Nokta rät, die Frequenz nur bei Bedarf zu ändern, da der Wechsel die Leistung beeinträchtigen kann. Bei Multifrequenz-Geräten wie dem Minelab Vanquish 340 stellst du keine Frequenz ein, das Datenblatt führt eine automatische Störunterdrückung auf. Mehr zu den Techniken steht im Ratgeber VLF, PI oder Multifrequenz.

Grundeinstellungen je Einsatzort

Die Tabelle zeigt Startpunkte, abgeleitet aus den Handbüchern von Nokta und Garrett und redaktionell zusammengefasst. Dein Gerät und dein Boden haben das letzte Wort. Wo du suchen darfst, klärst du vorher mit der Seite Rechtslage beim Sondeln. Das ist keine Rechtsberatung.

EinsatzortModusBodenabgleichEmpfindlichkeitAusblenden
AckerFeldLaut Nokta ist gepflügter Acker für den Auto-Abgleich ungeeignet, also mehrfach oder manuell abgleichenSo hoch, dass das Gerät ruhig bleibtWenig, lieber Eisen leiser stellen
WaldFeld, bei viel Müll mit NotchAn einer metallfreien Stelle abgleichen, nach Bodenwechsel wiederholenMittel starten, bei Rauschen senkenIron Audio hilft, Eisen zu hören; Garrett rät bei viel Eisen dazu, es auszuschalten
Strand trockenPark oder FeldBei sehr geringer Mineralisierung kann der Auto-Abgleich laut Nokta ausbleibenHoch, solange es ruhig bleibtNotch für Folie und Kronkorken
Strand nass, SalzwasserStrand-Modus (Nokta Simplex)Im Strand-Modus gleicht der Simplex von 0 bis 99,9 ab; Garrett nennt bei Salzwasser niedrige WerteBodenunterdrückung ab Werk auf 5, bei Rauschen mit Empfindlichkeit abstimmenEisen und ähnliche Ziele werden in dieser Gruppe laut Nokta ignoriert
GartenParkLaut Nokta für Park und Feld meist ohne manuellen Abgleich nutzbarSenken oder Frequenz verschieben bei Zäunen und LeitungenNotch für Alufolie und Verschlüsse

Auf felsigem oder müllreichem Gelände hilft laut Nokta die Kombination aus Notch und einem langsameren Schwung, etwa eine Sekunde je Durchgang. Garrett empfiehlt für müllreiche Flächen eine kleine Spule.

Fehlerbilder und ihre Ursachen

  • Rauschen in der Luft: Elektromagnetische Störungen oder zu hohe Empfindlichkeit. Frequenz verschieben, Empfindlichkeit senken, Abstand zu Leitungen halten.
  • Piepsen nur am Boden: Bodenabgleich fehlt oder passt nicht mehr. Wiederhole ihn. Bleibt es laut, empfiehlt Nokta, die Bodenunterdrückung schrittweise zu erhöhen. Sie senkt die Empfindlichkeit für sehr leitfähige Ziele wie Silber und Kupfer.
  • Springende Ziel-IDs: Normal. Nokta nennt Ausrichtung, Tiefe, Korrosion und Bodenmineralisierung als Ursachen. Hebe die Spule und schwenke langsamer.
  • Kein Signal über einem Fund: Bewege die Spule. Prüfe, ob Notch oder Eisen-aus das Ziel sperrt.
  • Langer „boing“-Ton auf Steinen: Im All-Metal-Modus deutet das laut Nokta auf ein negatives Hot Rock hin, also mineralisiertes Gestein statt Metall.

Herstellerhandbücher zum Nachschlagen

Die genauen Tasten und Werte stehen im Handbuch deines Modells. Diese Dokumente haben wir für den Ratgeber genutzt:

Die Garrett-Anleitungen zum ACE 400i (Deutsch) und zum AT Max International (mehrsprachig, auch Deutsch) stehen als direkte PDF-Links unter „Quellen“.

Bevor du das erste Mal losziehst, hilft die Checkliste für die erste Sondeltour.

Munition oder Kampfmittel gefunden? Nicht anfassen, nicht bewegen, nicht weiter graben. Stelle markieren, Abstand halten und sofort die Polizei unter 110 verständigen – sie informiert den zuständigen Kampfmittelräumdienst.

So handelst du richtig bei Munitionsfunden

* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Werbehinweis

Häufige Fragen

Wie stelle ich einen Metalldetektor richtig ein?

Gehe in fester Reihenfolge vor: Modus wählen, Boden an einer metallfreien Stelle abgleichen, Empfindlichkeit so hoch stellen, dass das Gerät ruhig bleibt, dann Diskriminierung oder Notch sparsam einsetzen. Prüfe das Ergebnis mit Münze, Nagel und Alufolie unter der Spule.

Wie gleiche ich den Boden bei meinem Metalldetektor ab?

Suche eine Stelle ohne Metall, starte den Abgleich und pumpe die Spule gleichmäßig zwischen etwa 15 bis 20 cm und 3 cm über dem Boden. Nokta nennt beim Simplex meist 2 bis 4 Bewegungen und rät, den Vorgang 2- bis 3-mal zu wiederholen.

Welche Empfindlichkeit ist beim Metalldetektor richtig?

So hoch wie möglich, solange das Gerät ruhig bleibt und keine lauten Knallgeräusche auftreten. Das empfiehlt Nokta im Handbuch zum Simplex. Bei Rauschen prüfst du zuerst Bodenabgleich, Diskriminierung und Frequenz und senkst dann die Empfindlichkeit.

Soll ich Eisen ausblenden oder lieber alles zulassen?

Blende so wenig wie möglich aus. Mit zunehmender Diskriminierung gehen laut Garrett schlecht leitende, kleine und dünne Ziele verloren, und die Tiefe sinkt. Auf müllreichen Flächen hilft Notch oder eine gesenkte Eisenlautstärke, auf sauberen Flächen suchst du ohne Ausblendung.

Was ist Iron Audio beim Metalldetektor?

Iron Audio macht ausgeblendetes Eisen als tiefen Ton hörbar. So erkennst du Nägel und Flaschendeckel, bevor du gräbst, und prüfst fragwürdige Signale. Garrett rät, die Funktion in Gebieten mit viel Eisen auszuschalten, weil sonst zu viele Signale entstehen.

Wie stelle ich den Metalldetektor für den Strand ein?

Für nassen, salzigen Sand wählst du einen Strand-Modus, falls dein Gerät einen hat. Der Simplex von Nokta gleicht dort im Bereich von 0 bis 99,9 ab. Reduziere die Empfindlichkeit bei Rauschen und gleiche bei jedem Wechsel zwischen trockenem und nassem Sand neu ab.

Quellen