Ratgeber

Die erste Sondeltour: Checkliste und Ausrüstung

Erlaubnis, Packliste, Ablauf und Fundbehandlung: So planst du deine erste Sondeltour sicher und legal.

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Redaktion Metalldetektor-Guide · aktualisiert am 20. Oktober 2026

Die Antwort in Kürze

Für die erste Sondeltour klärst du zuerst Erlaubnis des Eigentümers und Genehmigung nach Landesrecht. Dann packst du Detektor, Kopfhörer, Pinpointer, Spaten, Fundtasche, Ersatzbatterien, Handschuhe, Wasser, Müllbeutel, Handy und Karte ein. Du suchst in überlappenden Bahnen, schließt jedes Loch und meldest Funde.

Redaktion Metalldetektor-Guide Aktualisiert am 20. Oktober 2026 So vergleichen wir
Inhalt dieser Seite
  1. Vorab: Erlaubnis und Genehmigung klären
  2. Packliste für die erste Sondeltour
  3. Ablauf: Schritt für Schritt über die Fläche
  4. Fundbehandlung: dokumentieren, melden, nicht putzen
  5. Sicherheit: Kampfmittel und Alltagsrisiken
  6. Typische Anfängerfehler
  7. Fazit: gut vorbereitet macht die erste Tour mehr Spaß

Vorab: Erlaubnis und Genehmigung klären

Ohne Erlaubnis des Eigentümers und, wo verlangt, ohne Genehmigung der Behörde gehst du gar nicht erst los. Der Eigentümer einer Sache kann andere von jeder Einwirkung ausschließen (§ 903 BGB). Das gilt für Acker, Wiese und Garten. Frage den Eigentümer oder Pächter, am besten schriftlich, und halte dich an jede Absprache zu Ort und Grabtiefe.

Dazu kommt das Denkmalrecht. Denkmalschutz ist Ländersache, die Regeln unterscheiden sich. In Bayern bedarf nach Art. 7 BayDSchG der Erlaubnis, wer nach Bodendenkmälern graben will oder Erdarbeiten vornimmt, obwohl er weiß, vermutet oder den Umständen nach annehmen muss, dass dort welche liegen. In Schleswig-Holstein ist nach dem Archäologischen Landesamt die Suche mit dem Metalldetektor nach § 12 Abs. 2 Satz 5 DSchG SH grundsätzlich genehmigungspflichtig, selbst auf privatem Grund. Eine eventuell erteilte Erlaubnis des Eigentümers ersetzt sie dort nicht. Wie das in deinem Land aussieht, erklärt die Seite Rechtslage beim Sondeln. Das Glossar erläutert die Nachforschungsgenehmigung.

Recht: Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Rechtsberatung. Frage vor der ersten Tour beim Landesamt für Denkmalpflege oder der Unteren Denkmalschutzbehörde deines Landes nach. Meide Bodendenkmäler, Schutzgebiete, Friedhöfe und Gedenkorte.

Hast du die Fläche und die Erlaubnis, wählst du das Gerät. Welche Modelle für den Einstieg infrage kommen, ordnet der Vergleich Metalldetektoren für Anfänger ein.

Packliste für die erste Sondeltour

Du brauchst keine große Ausrüstung. Diese Liste deckt alles ab, was du für eine erste Tour an einem Nachmittag brauchst. Eine Übersicht über Zubehör findest du auf der Seite Zubehör für Metalldetektoren.

Suchen und Orten

  • Metalldetektor: Lade den Akku oder lege frische Batterien ein. Nimm die Anleitung mit.
  • Kopfhörer: Sie halten das Signal klar und schonen Mitmenschen. Ein Überblick steht bei den Kopfhörern.
  • Pinpointer: Er ortet das Ziel im Erdloch. Das Glossar erklärt den Pinpointer.
  • Ersatzbatterien: Detektor, Kopfhörer und Pinpointer laufen oft mit unterschiedlichen Batterietypen. Packe für jedes Gerät Ersatz ein.
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Garrett Pro-Pointer AT

Garrett Pro-Pointer AT

Ideal für Ziel im Erdloch orten, auch bei Regen und im flachen Wasser

  • Laut Garrett bis 20 Fuß (rund 6 m) wasserdicht, IP68
  • Fast Retune, drei Empfindlichkeitsstufen und LED-Lampe
  • 9-Volt-Batterie und Gürtelholster im Lieferumfang laut Hersteller
  • Vibration und Signalton

Ehrlich: Ein Handgerät: Er sucht keine Flächen ab, dafür brauchst du den Detektor

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Der Pro-Pointer AT ist nach Garrett der meistverkaufte Pinpointer der Welt. Er verkürzt die Grabung, weil du das Ziel im Loch oder im Aushub zentimetergenau findest. Günstigere Modelle zeigt die Übersicht Pinpointer im Vergleich.

Graben und Bergen

  • Spaten oder Grabungsmesser: Für die erste Tour reicht ein stabiler, kompakter Spaten. Der Xforst Sondelspaten ist laut Angebot 70 cm lang und besteht aus Karbonstahl. Die Angaben stammen vom Anbieter. Weitere Werkzeuge findest du unter Spaten und Grabungsmesser.
  • Fundtasche: Eine Tasche am Gürtel hält Funde und Müll getrennt. Die ProtectorTech Fundtasche wird laut Angebotstitel für Sondeln und Pinpointer angeboten. Mehr zur Auswahl steht bei den Fundtaschen.
  • Müllbeutel: Alles, was nicht historisch ist und nicht gefährlich wirkt, nimmst du mit.
  • Kleine Hilfsmittel: Ein Tuch, Zip-Beutel und ein Stift für Notizen zum Fundort.

Schutz und Sicherheit

  • Handschuhe: Sie schützen bei scharfkantigem Müll und Erde.
  • Wasser und Verpflegung: Trinke ausreichend, eine Tour dauert länger als geplant.
  • Handy: Es dient als Kamera, Notizbuch und Notruf. Lade es vorher auf.
  • Karte oder GPS: Halte Grenzen der erlaubten Fläche fest, am besten mit dem Flurstück. Notiere Fundorte, ohne sie öffentlich zu teilen.
  • Wetterfeste Kleidung und feste Schuhe: Du bist lange draußen und kniest im Gras.

Ablauf: Schritt für Schritt über die Fläche

  1. Fläche und Erlaubnis bestätigen: Prüfe vor Ort, dass du auf dem abgesprochenen Grundstück stehst. Frage nach Tieren, Saatflächen und Leitungen.
  2. Metall ablegen: Uhr, Armband, Schlüssel und Gürtelschnalle lösen Fehlsignale aus.
  3. Gerät einstellen: Stelle Empfindlichkeit und Bodenabgleich auf den Boden ein. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Metalldetektor einstellen.
  4. Bahnen überlappen: Führe die Spule dicht über dem Boden und gehe die Fläche in parallelen, überlappenden Bahnen ab.
  5. Signal prüfen: Überfahre die Stelle aus zwei Richtungen. Ein festes, wiederholbares Signal lohnt eine Grabung.
  6. Sauber graben: Orte das Ziel mit dem Pinpointer, steche eine kleine Sode aus und lege sie danach zurück.
  7. Loch schließen: Setze die Sode ein und drücke sie fest. Die Fläche soll aussehen wie vorher.
  8. Müll mitnehmen: Kronkorken, Draht und Folie wandern in den Beutel.

Plane die erste Tour bewusst kurz und klein. Suche eine überschaubare Fläche ab, statt ein ganzes Feld in Eile zu überfliegen. So lernst du dein Gerät kennen: Du hörst, wie sich Müll, Eisen und feste Ziele anhören, und du übst das saubere Graben, bevor es ernst wird. Mache zwischendurch Pausen, denn die Konzentration lässt nach, und müde Sucher werden unachtsam. Beende die Tour, wenn das Licht schwindet oder das Wetter umschlägt, und lasse am Ende nichts liegen.

Zum Strand gibt es einen eigenen Ratgeber: Suchen am Strand. Die Haltung hinter diesen Schritten beschreibt der Sondel-Kodex.

Fundbehandlung: dokumentieren, melden, nicht putzen

Der Moment nach dem Fund entscheidet, ob ein Stück etwas aussagt. Gehe so vor:

  • Nicht sofort reinigen: Fasse das Stück vorsichtig an und lasse die Erde dran. Warum Reinigen schaden kann, steht im Ratgeber Münzen reinigen und bestimmen.
  • Dokumentieren: Mache ein Foto am Fundort, notiere Datum, Standort und ungefähre Tiefe.
  • Verpacken: Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege bittet darum, Funde sorgfältig zu verpacken und die Verpackung eindeutig zu beschriften.
  • Melden: Wer ein Bodendenkmal findet, muss das in Bayern unverzüglich der Unteren Denkmalschutzbehörde oder dem Landesamt anzeigen (Art. 8 BayDSchG). In Schleswig-Holstein besteht eine allgemeine Meldepflicht nach § 15 DSchG SH an das Archäologische Landesamt. Offensichtlich moderne Metallobjekte fallen nach den bayerischen Hinweisen nicht unter die Meldepflicht.
  • Schatzregal beachten: In Bayern werden bewegliche Bodendenkmäler, die herrenlos oder so lange verborgen waren, dass kein Eigentümer mehr zu ermitteln ist, mit der Entdeckung Eigentum des Freistaates (Art. 9 BayDSchG). Mehr dazu auf der Seite Fundmeldung und Schatzregal.
  • Verlorene Sachen: Hast du etwas Neuzeitliches gefunden, das ein Eigentümer vermissen könnte, gilt die Anzeigepflicht nach § 965 BGB. Frage beim Fundbüro der Gemeinde nach.

Lass Funde, die in einem erkennbaren Zusammenhang liegen, etwa eine Grube oder ein Grab, im Boden und melde die Stelle. Der Eingriff kann sonst Spuren zerstören.

Sicherheit: Kampfmittel und Alltagsrisiken

Im Boden liegen Munition und Blindgänger aus den Weltkriegen. Das Archäologische Landesamt Schleswig-Holstein weist darauf hin, dass der unsachgemäße Umgang mit Munition oder Teilen davon tödlich sein kann und dass es verboten ist, entdeckte Kampfmittel zu berühren, ihre Lage zu verändern oder in Besitz zu nehmen. Merke dir drei Schritte: nicht anfassen, Stelle markieren und Abstand halten, die Polizei über 110 rufen.

Munition oder Kampfmittel gefunden? Nicht anfassen, nicht bewegen, nicht weiter graben. Stelle markieren, Abstand halten und sofort die Polizei unter 110 verständigen – sie informiert den zuständigen Kampfmittelräumdienst.

So handelst du richtig bei Munitionsfunden

Im Alltag gilt zusätzlich: Suche nicht allein an abgelegenen Stellen, ohne dass jemand weiß, wo du bist. Achte auf Weidezäune und Tiere, auf Leitungen im Boden und auf scharfe Gegenstände. Bei Wetterwechsel brichst du ab.

Typische Anfängerfehler

  • Ohne Erlaubnis suchen: Das kann Ärger mit Eigentümer und Behörde bringen.
  • Zu schnell schwingen: Langsame, überlappende Bahnen zeigen mehr als schnelle.
  • Empfindlichkeit auf Maximum: Das erzeugt Fehlsignale und Frust.
  • Zu große Löcher graben: Ein Pinpointer hilft, das Loch klein zu halten.
  • Funde sofort putzen: Das zerstört Spuren, bevor ein Amt sie gesehen hat.
  • Ohne Notruf-Plan losziehen: Handy laden, Standort kennen, jemandem Bescheid geben.

Fazit: gut vorbereitet macht die erste Tour mehr Spaß

Die wichtigsten drei Dinge sind Erlaubnis, Sicherheit und saubere Arbeit. Alles andere ergibt sich mit Erfahrung. Ein Detektor, Kopfhörer, Pinpointer, Spaten und Fundtasche reichen für den Anfang. Nach der Tour schließt du jedes Loch, nimmst den Müll mit und meldest Funde, wo es verlangt wird.

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Häufige Fragen

Was brauche ich für die erste Sondeltour?

Einen Metalldetektor, Kopfhörer, Pinpointer, Spaten oder Grabungsmesser, Fundtasche, Ersatzbatterien, Handschuhe, Wasser, Müllbeutel und ein geladenes Handy. Dazu kommen Karte oder GPS. Vorher klärst du die Erlaubnis des Eigentümers und die Genehmigung nach dem Recht deines Landes.

Brauche ich eine Genehmigung zum Sondeln?

Das regelt das Land. In Schleswig-Holstein ist die Suche mit dem Metalldetektor nach § 12 Abs. 2 Satz 5 DSchG SH grundsätzlich genehmigungspflichtig, auch auf privatem Grund. In Bayern bedarf nach Art. 7 BayDSchG der Erlaubnis, wer in vermuteten Bodendenkmälern gräbt. Das ist keine Rechtsberatung.

Brauche ich einen Pinpointer zum Sondeln?

Er ist keine Pflicht, aber sehr praktisch. Ein Pinpointer ortet das Ziel im Erdloch und hält Löcher klein. Der Garrett Pro-Pointer AT ist laut Garrett bis 20 Fuß, rund 6 m, wasserdicht. Eine Fläche sucht er nicht ab.

Was mache ich mit meinem ersten Fund?

Reinige ihn nicht, mache ein Foto, notiere Standort und Datum und verpacke ihn beschriftet. Archäologische Funde meldest du dem Landesamt. Neuzeitliche Verlustsachen zeigst du nach § 965 BGB an. Offensichtlich moderner Metallmüll ist nicht meldepflichtig.

Was tue ich, wenn ich Munition finde?

Nicht berühren, nicht bewegen, nicht mitnehmen. Markiere die Stelle aus großem Abstand, warne andere und rufe die Polizei über 110. Das Berühren und Besitzen entdeckter Kampfmittel ist in Schleswig-Holstein nach § 5 KampfmV verboten.

Muss ich Löcher wieder zumachen?

Ja. Steche kleine Soden aus, setze sie nach der Bergung zurück und drücke sie fest. Offene Löcher verletzen Tiere und Spaziergänger und kosten dich die Erlaubnis für die nächste Tour. Die Regeln stehen im Sondel-Kodex.

Quellen