Ratgeber

VLF, PI oder Multifrequenz? Die Technik im Vergleich

Drei Techniken, ein Ziel: Wir zeigen, wo VLF, PI und Multifrequenz stark sind und welche zu deinem Einsatzort passt.

Zur Entscheidungshilfe

Redaktion Metalldetektor-Guide · aktualisiert am 20. Oktober 2026

Die Antwort in Kürze

VLF-Geräte senden mit fester Frequenz und eignen sich für Einsteiger auf Wiese, Acker und im Park. Pulsinduktion (PI) ignoriert Bodenmineralien und Salz weitgehend, unterscheidet Metallarten aber schwächer. Multifrequenz sendet mehrere Frequenzen gleichzeitig und deckt wechselnde Böden, Strand und Wasser am umfassendsten ab.

Redaktion Metalldetektor-Guide Aktualisiert am 20. Oktober 2026 So vergleichen wir
Inhalt dieser Seite
  1. Die drei Techniken in Kurzform
  2. VLF: bewährt und leicht zu verstehen
  3. Pulsinduktion: Stärke im schwierigen Boden
  4. Multifrequenz: mehrere Frequenzen, weniger Kompromisse
  5. Welche Technik passt zu welchem Boden und Wasser?
  6. Vier verbreitete Irrtümer
  7. Entscheidungshilfe: Welche Technik passt zu dir?

Die drei Techniken in Kurzform

Alle Metalldetektoren arbeiten nach demselben Grundprinzip: Eine Sendespule baut ein Feld auf, Metall antwortet, eine Empfangsspule meldet die Antwort. Wie das genau abläuft, steht im Ratgeber Wie funktioniert ein Metalldetektor?. Die Technik unterscheidet sich darin, wie die Spule sendet:

  • VLF: Dauerhafter Wechselstrom mit einer festen Frequenz. Das ist die verbreitetste Bauart.
  • Pulsinduktion (PI): Kurze, kräftige Impulse. Das Gerät misst danach, wie das Feld abklingt.
  • Multifrequenz: Mehrere Frequenzen gleichzeitig oder in schneller Folge.

Keine Technik ist pauschal besser. Wichtig sind Boden, Wasser und Zielobjekt. Wer schon weiß, dass er hohe Ansprüche hat, findet passende Modelle bei den Profi-Geräten im Vergleich.

VLF: bewährt und leicht zu verstehen

Ein VLF-Gerät (Very Low Frequency) sendet mit einer festen Frequenz im Bereich einiger Kilohertz. Der Nokta Simplex Ultra arbeitet laut Nokta mit 15 kHz, der Garrett AT Max laut Garrett mit 13,6 kHz, der Garrett ACE 400i laut Garrett mit 10 kHz. Beim ACE 400i kannst du die Frequenz in vier kleinen Schritten verschieben, um Störungen durch Elektrik oder andere Detektoren zu mindern.

Stärken: Das Verfahren liefert einen Leitwert und erlaubt Diskriminierung. Du bekommst also eine Einschätzung der Metallart, bevor du gräbst. Bodenabgleich und Spulenform helfen auf mineralischen Böden.

Grenzen: Salzwasser und nasser Salzsand leiten Strom und wirken auf einen VLF-Detektor ähnlich wie Eisen. Nokta schreibt im Handbuch des Simplex, dass solche Effekte die Suche mit einem Standarddetektor unmöglich machen können. Der Simplex hat deshalb einen eigenen Strand-Modus mit erweitertem Bodenabgleich. Mit einer festen Frequenz bleibt aber ein Kompromiss: Eine Frequenz kann nicht alle Ziele gleich gut abdecken.

Pulsinduktion: Stärke im schwierigen Boden

Ein PI-Gerät sendet Impuls, Pause, Impuls. In der Pause misst es das Abklingen des Feldes. Metall verlängert das Abklingen, weil darin Wirbelströme fließen. Eine Mono-Spule, bei der eine Wicklung sendet und empfängt, gibt es laut Garrett nur bei PI-Geräten. Nach Wikipedia sind PI-Geräte unempfindlicher gegenüber der Bodenbeschaffenheit und erreichen große Tiefen.

Ein Beispiel ist der Garrett ATX. Garrett hat ihn nach eigenen Angaben für extrem mineralisierte Böden und Salzwasser entwickelt. Die Beschreibung nennt auch die Goldsuche als Einsatz. Wer sich dafür interessiert, findet Geräte auf der Seite Metalldetektoren für die Goldsuche. Für große, tief liegende Objekte bietet Garrett für den ATX eine 20-Zoll-Spule an.

Grenzen: Die Metallunterscheidung fällt schwächer aus. Beim ATX meldet die Eisenprüfung laut Handbuch Eisen nur bei starken Signalen. Außerdem hat der ATX einen Modus ohne Bewegungsprinzip, den Garrett Anfängern nicht empfiehlt.

Multifrequenz: mehrere Frequenzen, weniger Kompromisse

Minelab beschreibt den Ansatz so: Niedrige Frequenzen finden größere, tiefere Objekte besser, hohe Frequenzen kleine oder dünne Ziele nahe der Oberfläche. Multi-IQ, das Mehrfrequenz-Verfahren von Minelab, sendet laut Minelab mehrere Frequenzen gleichzeitig und arbeitet damit zuverlässiger in mineralisiertem Boden und nassem Sand.

Andere Hersteller gehen ähnlich vor. Der Nokta The Legend ist laut Nokta der erste simultane Multifrequenz-Detektor des Herstellers. Daneben bietet er fünf wählbare Einzelfrequenzen von 4 bis 40 kHz. Der Garrett ACE Apex nutzt laut Garrett simultane Multifrequenz-Modi und vier Einzelfrequenzen von 5 bis 20 kHz. XP nennt bei der Deus II die FMF-Technik (Fast Multi Frequency) und 49 Einzelfrequenzen von 4 bis 45 kHz.

Wie fein sich die Technik abstimmen lässt, zeigt der Legend. In den Modi Park und Feld bietet er laut Nokta drei Multifrequenz-Programme. M1 reagiert empfindlicher auf leitfähige Materialien, M2 erkennt schlecht leitende Objekte besser, M3 ist für feuchte, nasse oder sehr leitfähige Böden gedacht. Nokta empfiehlt, Multifrequenz in allen Modi zu verwenden.

Der Multifrequenz-Einstieg: Minelab Vanquish 340

Anzeige€€
Minelab Vanquish 340

Minelab Vanquish 340

Ideal für Einstieg in Multifrequenz auf Wiese, Acker und im Garten, ohne Frequenzwahl

  • Multi-IQ: Frequenzen werden laut Minelab automatisch gewählt
  • V10-Spule (10 × 7 Zoll, Doppel-D), Spule laut Minelab bis 1 m wasserdicht
  • Drei Suchmodi, 1,2 kg, 3 Jahre Garantie laut Minelab

Ehrlich: Keine Frequenzwahl, kein Strand-Modus, nur die Spule ist wasserdicht

Aktuellen Preis auf Amazon prüfen

*Provisionslink: Kaufst du darüber, erhalten wir eine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich. Mehr dazu

Der Vanquish 340 zeigt, wie nah Multifrequenz am Einstieg liegt. Laut Minelab-Datenblatt hat er die Modi All Metal, Jewellery und Coin, vier Empfindlichkeitsstufen und eine Zielanzeige von minus 19 bis 40. Du stellst keine Frequenz ein, das Gerät übernimmt das. Dafür gibt es auch keine Möglichkeit, bewusst auf eine Frequenz zu wechseln.

Wer später mehr Einstellmöglichkeiten möchte, schaut zum Beispiel auf den Minelab Equinox 900. Er kombiniert Multi-IQ mit wählbaren Einzelfrequenzen von 4 bis 40 kHz und ist laut Minelab bis 5 m wasserdicht (IP68). Noch eine Stufe darüber steht der Minelab Manticore mit Multi-IQ+, fünf Einzelfrequenzen und ebenfalls IP68 bis 5 m.

Tipp: Multifrequenz heißt nicht, dass du nie wieder eine Frequenz wählst. Im Handbuch des Legend nennt Nokta zwei Fälle für Einzelfrequenzen: 4 kHz, wenn du nur nach größeren, sehr leitfähigen Objekten suchst, und störungsreiche Umgebungen, in denen Einzelfrequenzen weniger rauschen, allerdings zulasten der Empfindlichkeit.

Welche Technik passt zu welchem Boden und Wasser?

Die Tabelle fasst die Stärken zusammen. Sie beruht auf Herstellerangaben und ist eine redaktionelle Einordnung, keine Messung.

EinsatzVLFPIMultifrequenz
Metallart einschätzenGut: Leitwert und DiskriminierungEingeschränkt: Eisenprüfung beim ATX nur bei starken SignalenGut: laut Nokta genauere Leitwerte in der Tiefe
Mineralisierter AckerGut mit Bodenabgleich und DD-SpuleStark: unempfindlicher gegenüber dem BodenStark: laut Minelab zuverlässiger in schwierigem Boden
Nasser SalzsandNur mit Strand-ModusStark: Salzwasser ist ein Einsatzgebiet des ATXStark: laut Nokta maximale Tiefe auf nassem Salzsand
Wechselnde BödenAbgleich oder Frequenz anpassenGarrett empfiehlt beim ATX einen Bodenabgleich in jeder neuen UmgebungDeckt mehr ab, ohne dass du umstellst
Große, tiefe ObjekteNiedrige Frequenz hilft, zum Beispiel 4 kHzGroße Spulen wie die 20-Zoll-Spule des ATXNiedrige Frequenzen der Multi-Verfahren
BeispieleNokta Simplex Ultra, Garrett AT Max, Garrett ACE 400iGarrett ATX (nicht Teil unserer Vergleiche)Minelab Vanquish 340, Equinox 900, Manticore, Nokta The Legend, Garrett ACE Apex, XP Deus II

Wissen: Wasserdicht ist eine Frage des Gehäuses, nicht der Technik. Der VLF-Detektor Garrett AT Max ist laut Garrett bis 3 m wasserdicht, der PI-Detektor ATX darf laut Handbuch bis 10 Fuß (etwa 3 m) ins Wasser, beim Multifrequenz-Gerät Vanquish 340 ist nur die Spule bis 1 m wasserdicht. Prüfe immer die Angabe für das einzelne Modell.

Vier verbreitete Irrtümer

  • „Mehr Frequenzen sind immer besser.“ Nicht ganz. Nokta nennt im Legend-Handbuch selbst Fälle, in denen eine Einzelfrequenz Vorteile hat. Das gilt für gezielte Suchen nach großen, gut leitenden Objekten und für Orte mit elektromagnetischen Störungen.
  • „PI ist die beste Technik für alles.“ PI überzeugt im schwierigen Boden. Dafür verlierst du Informationen über die Metallart. Beim ATX nennt Garrett den Modus ohne Bewegungsprinzip nicht empfehlenswert für Anfänger.
  • „VLF ist veraltet.“ Auch aktuelle Geräte wie der Nokta Simplex Ultra, der Garrett AT Max oder der ACE 400i arbeiten mit einer festen Frequenz. Für viele Einsätze auf Wiese, Acker und im Park reicht das aus.
  • „Die Technik allein entscheidet.“ Auch Spulenform und -größe, Bodenabgleich und Einstellungen zählen. Nach Garrett hilft eine DD-Spule auf mineralisiertem Boden mehr als eine konzentrische Spule gleicher Größe, unabhängig vom Verfahren.

Entscheidungshilfe: Welche Technik passt zu dir?

Du willst …Dann passtWeiterlesen
auf Wiese, Park und im Garten anfangenVLF mit Automatik oder der Multifrequenz-EinstiegMetalldetektoren für Anfänger
an Strand und im Wasser suchenMultifrequenz oder PIMetalldetektoren für Strand und Wasser
auf mineralisiertem Acker mit vielen Einstellmöglichkeiten arbeitenMultifrequenz mit wählbaren Frequenzen oder VLF mit manuellem BodenabgleichProfi-Geräte im Vergleich
große, tief liegende Objekte ortenGroße Spule, PI oder Zwei-Box-GerätMetalldetektoren für die Tiefensuche

Drei Fragen helfen bei der Wahl:

  1. Wo suchst du? Wiese und Park verzeihen viel. Salzwasser und stark mineralisierter Acker verlangen PI, Multifrequenz oder einen guten Strand-Modus.
  2. Was suchst du? Kleine, schlecht leitende Ziele mögen höhere Frequenzen. Große, gut leitende Ziele mögen niedrige. Eine Multifrequenz-Technik deckt beides ab.
  3. Wie viel Einarbeitung willst du? Automatische Modi und Multi-IQ nehmen dir Einstellungen ab. Mehr Handarbeit bringt Kontrolle, kostet aber Zeit. Eine Hilfe dafür bietet der Ratgeber Metalldetektor richtig einstellen.

Beim Thema Reichweite lohnt ein nüchterner Blick: Eine andere Technik macht den Boden nicht durchsichtig. Was Hersteller meinen, wenn sie Tiefe versprechen, klärt der Ratgeber Wie tief sucht ein Metalldetektor wirklich?

Munition oder Kampfmittel gefunden? Nicht anfassen, nicht bewegen, nicht weiter graben. Stelle markieren, Abstand halten und sofort die Polizei unter 110 verständigen – sie informiert den zuständigen Kampfmittelräumdienst.

So handelst du richtig bei Munitionsfunden

* Affiliate-Link: Bei einem Kauf erhalten wir eine Provision, für dich ändert sich der Preis nicht. Werbehinweis

Häufige Fragen

Was ist besser: VLF, PI oder Multifrequenz?

Keine Technik ist pauschal besser. VLF ist bewährt und liefert eine gute Metallunterscheidung. PI ist stark in mineralisiertem Boden und Salzwasser, unterscheidet aber schwächer. Multifrequenz deckt die meisten Böden ab, ohne dass du umstellst. Entscheidend sind Einsatzort, Zielobjekt und Budget.

Was bedeutet Multifrequenz bei einem Metalldetektor?

Das Gerät sendet mehrere Frequenzen gleichzeitig oder in schneller Folge statt nur einer. Niedrige Frequenzen eignen sich laut Minelab für größere, tiefere Objekte, hohe Frequenzen für kleine oder dünne Ziele. Mehrere Frequenzen zusammen decken beides ab.

Welcher Multifrequenz-Metalldetektor eignet sich für Einsteiger?

Ein Beispiel ist der Minelab Vanquish 340. Laut Minelab nutzt er Multi-IQ, du wählst keine Frequenz, und er hat drei Suchmodi. Die Spule ist bis 1 m wasserdicht. Laut Datenblatt hat er keinen Strand-Modus und nur eine wasserdichte Spule. Am Strand passen Geräte mit Strand-Modus und wasserdichtem Gehäuse besser.

Sucht ein Multifrequenz-Metalldetektor tiefer als ein VLF-Gerät?

Nicht pauschal. Multifrequenz bringt laut Nokta maximale Tiefe auf nassem Salzsand und unter Wasser, weil sie Bodengeräusche mindert. Für größere Silbermünzen und Relikte kann dagegen eine niedrige Einzelfrequenz wie 4 kHz mehr Tiefe liefern. Die Reichweite hängt zudem von Spule, Ziel und Boden ab.

Welche Technik ist für Strand und Salzwasser am besten?

Salzwasser leitet Strom und wirkt auf Detektoren laut Nokta ähnlich wie Eisen. Pulsinduktion und Multifrequenz kommen damit besser zurecht. VLF-Geräte mit eigenem Strand-Modus wie der Nokta Simplex Ultra gleichen den Effekt teilweise aus. Wichtig ist außerdem ein Gehäuse, das den Wasserkontakt verträgt.

Kann ich bei einem Multifrequenz-Gerät trotzdem eine einzelne Frequenz wählen?

Das hängt vom Modell ab. Der Minelab Equinox 900, der Nokta The Legend und der Garrett ACE Apex bieten laut Hersteller zusätzlich wählbare Einzelfrequenzen. Beim Minelab Vanquish 340 stellst du keine Frequenz ein.

Quellen