Definition
Multifrequenz bezeichnet Metalldetektoren, die mehrere Sendefrequenzen gleichzeitig oder in schneller Folge nutzen. Dadurch erfassen sie kleine und große Ziele, wechselnde Böden und Salzwasser besser als Geräte mit nur einer festen Frequenz.
Warum eine Frequenz oft nicht reicht
Jede Sendefrequenz hat Stärken und Schwächen. Hohe Frequenzen reagieren lebhaft auf kleine, schlecht leitende Objekte, etwa dünne Schmuckstücke oder Splitter. Niedrige Frequenzen kommen mit großen, gut leitenden Zielen wie Silber oder Kupfer und mit tieferen Lagen oft besser zurecht. Ein Einfrequenzgerät muss sich für einen Kompromiss entscheiden. Ein Multifrequenzgerät sendet dagegen mehrere Frequenzen und wertet die Antworten gemeinsam aus.
Gleichzeitig oder nacheinander
Hersteller gehen unterschiedlich vor. Manche senden die Frequenzen in einem zusammengesetzten Signal gleichzeitig, andere wechseln sie in rascher Folge. Der Gedanke ist derselbe: Aus dem Vergleich der Antworten entsteht ein vollständigeres Bild des Ziels und des Bodens. Meist lässt sich zusätzlich eine einzelne Frequenz wählen, wenn das Gelände es verlangt. Dazu kommt ein praktischer Nebeneffekt: Zwei Geräte, die nebeneinander suchen, stören sich weniger, wenn sie nicht auf exakt derselben Frequenz arbeiten.
Wo es sich bemerkbar macht
Besonders deutlich wird der Unterschied am nassen Strand. Salzwasser leitet und erzeugt bei einfacher Frequenz ein ständiges Hintergrundrauschen. Ein Multifrequenzgerät bleibt hier meist ruhiger, auch wenn es nicht völlig immun ist. Auch auf stark mineralisierten Äckern oder bei wechselnden Bodenarten innerhalb einer Fläche arbeitet es oft stabiler. Wer dagegen nur im Park oder Garten auf neutraler Erde sucht, spürt den Vorteil kaum.
Verbreitete Irrtümer
- „Multifrequenz geht immer tiefer“: Die Tiefe hängt weiterhin von Spule, Zielgröße und Boden ab.
- „Mehr Frequenzen heißt weniger Einstellungen“: Gerade die Bedienung kann komplexer sein.
- „Multifrequenz ersetzt Pulsinduktion“: In sehr nassem, stark salzhaltigem Gelände hat PI andere Stärken.
Klasse und Preis
Multifrequenz findet sich eher in der Mittel- und Oberklasse, weil die Elektronik aufwendiger ist. Einsteigergeräte arbeiten in aller Regel mit einer Frequenz und kommen damit im Alltag gut zurecht. Einen echten Gewinn bringt Multifrequenz vor allem dann, wenn du den Untergrund selten kennst und oft das Gelände wechselst. Entscheidend ist, wo du suchst: Kommen Strand und stark mineralisierter Acker häufig vor, rechtfertigt sich der Mehraufwand eher als bei reiner Wiesen- und Gartensuche. Hinweise zu Geräten für Küste und Wasser findest du bei den Metalldetektoren für Strand und Unterwasser. Wie sich die Grundprinzipien unterscheiden, erklärt der Eintrag zu VLF.
In der Praxis: Wie sich das bei der Gerätewahl auswirkt, erklären wir hier: VLF, PI und Multifrequenz im Überblick.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Lohnt sich Multifrequenz für Einsteiger?
Nur, wenn du regelmäßig am Salzstrand oder auf stark mineralisierten Böden suchst. Für Wiese, Garten und Park genügt ein gutes Einfrequenzgerät meist.
Ist ein Multifrequenzgerät tiefer als ein VLF-Gerät?
Nicht grundsätzlich. Auf schwierigen Böden bleibt die nutzbare Tiefe oft stabiler, auf neutralem Boden ist der Unterschied gering.
Kann ich bei Multifrequenz auch nur eine Frequenz nutzen?
Bei vielen Geräten ja. Du kannst eine einzelne Frequenz wählen, etwa wenn du gezielt nach kleinen Objekten suchst oder Störungen vermeiden willst.
Redaktion Metalldetektor-Guide · Alle Begriffe
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