Definition
Der Notch-Filter blendet gezielt einzelne Leitwertbereiche oder Segmente aus, während alle übrigen hörbar bleiben. Anders als die klassische Diskriminierung, die alles unterhalb einer Schwelle sperrt, lassen sich damit etwa Aluminiumverschlüsse unterdrücken, ohne benachbarte Metalle zu verlieren.
Ein Fenster statt einer Schwelle
Das englische „Notch“ heißt Kerbe. Genau das macht der Filter: Er schneidet eine Kerbe in die Skala der Metallarten. Bei einfacher Diskriminierung bestimmst du eine Grenze, und alles darunter verstummt. Beim Notch wählst du einzelne Segmente aus. Das Gerät bleibt dann bei Eisen aufmerksam, schweigt aber bei einem Bereich in der Mitte und meldet darüber wieder alles.
Wozu das gut ist
Am Strand und auf Festwiesen fallen viele Aluminiumlaschen und Folienreste an. Ihre Leitwerte liegen in einem engen Band. Mit einem Notch lässt sich dieses Band ausblenden, während Münzen im oberen Bereich weiterhin Töne auslösen. Wer auf einem Gelände mit viel Ringverschlüssen sucht, spart dadurch Zeit und Nerven, weil nicht jeder Treffer ein Loch bedeutet.
Die Kehrseite
Der Haken liegt im Wort „benachbart“. Kleine Goldringe, dünner Schmuck und manche Münzen sitzen im Leitwert genau neben Aluminium. Blendest du ein Fenster aus, blendest du auch alles aus, was dort hineinfällt. Das gilt unabhängig davon, wie wertvoll oder interessant der Fund wäre. Zusätzlich verschiebt sich die Lage eines Ziels, wenn es tief liegt oder rostig ist, sodass es plötzlich im ausgeblendeten Fenster landet.
Häufige Fehler
- Mehrere Fenster auf einmal sperren, bis kaum noch Töne übrig sind.
- Den Notch als Dauereinstellung lassen, obwohl sich das Gelände ändert.
- Werte aus Foren übernehmen, obwohl Skalen je Hersteller abweichen.
Beispiel für eine vernünftige Nutzung
Du suchst auf einer Wiese, an der früher ein Fest stattfand, und stößt ständig auf Getränkedosenlaschen. Statt die gesamte untere Hälfte zu sperren, sperrst du nur das Segment, in dem diese Laschen liegen. Anschließend hörst du die Treffer links und rechts davon weiterhin und gräbst nur dort. Prüfe das Fenster regelmäßig, indem du es kurz öffnest und zählst, wie viel du verpasst.
Geräteklassen
Einsteigermodelle bieten oft nur grobe Stufen, Mittel- und Oberklasse zerlegen die Skala in viele Segmente, die sich einzeln schalten lassen. Bei manchen Geräten gibt es zusätzlich Töne je Segment, sodass du Treffer schon am Klang einordnen kannst. Mehr zum Hintergrund liefert der Eintrag zur Diskriminierung, und die Skala erklärt der Beitrag zum Leitwert.
In der Praxis: Wie sich das bei der Gerätewahl auswirkt, erklären wir hier: Metalldetektor Einstellungen erklärt.
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Notch und Diskriminierung?
Diskriminierung sperrt alles unterhalb einer Schwelle, der Notch blendet nur einzelne Segmente aus und lässt höhere und niedrigere Bereiche hörbar.
Kann ich mit dem Notch Aluminium ausblenden, ohne Gold zu verlieren?
Nicht sicher. Kleine Goldobjekte liegen im Leitwert nah an Aluminium, daher können sie im gesperrten Fenster mit verschwinden.
Soll ich den Notch dauerhaft aktiv lassen?
Besser nicht. Öffne das Fenster zwischendurch, um zu prüfen, was dir durch die Sperre entgeht, und passe es an das jeweilige Gelände an.
Redaktion Metalldetektor-Guide · Alle Begriffe
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