Glossar

Leitwert (VDI / Target-ID): einfach erklärt

Definition

Der Leitwert, auch VDI oder Target-ID genannt, ist ein Zahlenwert auf dem Display, der angibt, wie gut ein Metallobjekt elektrisch leitet. Er wird aus der Phasenverschiebung des Echos berechnet und hilft, Eisen, Münzen und Aluminium zu unterscheiden.

Eine Zahl als Fingerabdruck

VDI steht für „Visual Discrimination Indicator“, auf Deutsch etwa „sichtbare Unterscheidungsanzeige“. Hinter der Zahl steckt eine Messung: Ein Metallobjekt im Suchfeld sendet ein Echo zurück, dessen Phase gegenüber dem Sendesignal verschoben ist. Diese Verschiebung hängt vor allem davon ab, wie gut das Metall leitet und wie magnetisch es ist. Die Elektronik rechnet sie in einen Wert um und zeigt ihn an.

Skalen sind nicht vergleichbar

Jeder Hersteller legt seine eigene Skala fest. Bei manchen Geräten reicht sie von 0 bis 99, bei anderen beginnt sie im Negativen und endet bei einem deutlich kleineren Höchstwert. Die Zahl „45“ bedeutet also auf zwei Detektoren nicht dasselbe. Wichtig ist deshalb nicht der absolute Wert, sondern die Lage im Bereich: Eisen sitzt am unteren Ende, kleine Goldobjekte und Aluminium in der Mitte, größere Kupfer- und Silbermünzen im oberen Teil.

Warum die Anzeige schwankt

Die Zahl bleibt nur bei einem nahen, sauber getroffenen Ziel stabil. Je tiefer ein Objekt liegt, desto verrauschter wird das Echo, und die Anzeige springt. Auch Rost, Form und Ausrichtung beeinflussen die Messung. Eine flach liegende Münze zeigt einen anderen Wert als dieselbe Münze hochkant. Dazu kommt Bodenmineralisierung, die das Echo zusätzlich verändert.

Ein Beispiel aus dem Wald

Auf Waldboden liegt zwischen Wurzeln und Laub häufig kleines Eisen. Zeigt das Display mal 12, mal 38, mal 21, ist das ein typisches Bild für ein tiefes oder gemischtes Ziel. Überfahre die Stelle dann aus zwei oder drei Richtungen. Pendelt der Wert um einen Bereich, bist du näher an der Wahrheit als mit einem einzigen Blick auf das Display. Zeigt jeder Schwung etwas völlig anderes, lohnt das Graben selten.

Typische Fehler

  • Nur auf die Zahl achten und den Ton ignorieren, obwohl er zusätzliche Information liefert.
  • Werte zwischen verschiedenen Detektoren eins zu eins übertragen.
  • Aus einem einzigen Überfahren Schlüsse ziehen, statt mehrere Schwünge zu vergleichen.

Geräteklassen im Vergleich

Einsteigergeräte kommen oft ohne Zahl aus und zeigen nur Symbole oder Balken. Mittelklasse und Oberklasse liefern feinere Skalen, die das Ergebnis genauer einordnen. Pulsinduktionsgeräte zeigen in der Regel gar keinen Leitwert, weil ihre Technik die Phase nicht auswertet. Wie der Ton die Anzeige ergänzt, steht im Eintrag zur Tonidentifikation, und welche Folgen die Metallart für Funde hat, zeigt der Ratgeber zum Reinigen und Bestimmen von Münzen.

In der Praxis: Wie sich das bei der Gerätewahl auswirkt, erklären wir hier: Wie funktioniert ein Metalldetektor.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was bedeutet VDI beim Metalldetektor?

VDI steht für Visual Discrimination Indicator. Die Zahl zeigt, wie gut ein Ziel leitet, und dient als Hinweis auf die Metallart.

Warum springt die Zielanzeige bei einem Fund?

Tiefe, Bodenmineralien, Rost und die Lage des Objekts verfälschen das Echo. Je schwächer das Signal, desto mehr schwankt der Wert.

Sind VDI-Werte bei allen Herstellern gleich?

Nein, jede Marke nutzt eine eigene Skala. Du solltest dich auf die Lage innerhalb deines Geräts verlassen und nicht auf Zahlen aus Foren anderer Modelle.

Redaktion Metalldetektor-Guide · Alle Begriffe