Glossar

Recovery Speed (Erholzeit): einfach erklärt

Definition

Die Recovery Speed (Erholzeit) gibt an, wie schnell ein Metalldetektor nach einem Zielsignal wieder bereit für das nächste ist. Hohe Werte trennen dicht beieinanderliegende Ziele besser, niedrige Werte liefern oft mehr Reichweite, reagieren aber träger.

Was die Erholzeit bedeutet

Jeder Metalldetektor braucht einen Moment, um ein Signal auszuwerten. Die Recovery Speed beschreibt, wie kurz dieser Moment ist, bevor die Elektronik das nächste Ziel verarbeiten kann. Bei einer hohen Einstellung „vergisst“ das Gerät ein Ziel schnell und ist sofort wieder aufnahmebereit. Bei einer niedrigen Einstellung hängt es länger am zuletzt erfassten Signal. Manche Hersteller nennen die Funktion anders, bei XP heißt sie zum Beispiel Reaktivität.

Was das beim Suchen ändert

Die Einstellung entscheidet vor allem dort, wo viele Metallteile eng beieinanderliegen. Ein schneller Wert löst einzelne Ziele sauberer auf, die Signale werden kürzer und knackiger. Dafür hört die Elektronik mehr Bodenrauschen mit, und schwache, tiefe Signale können untergehen. Ein langsamer Wert glättet das Rauschen und holt aus manchen Geräten etwas mehr Reichweite heraus, verschluckt aber kleine Ziele im Schatten eines größeren.

  • Hoher Wert: bessere Trennung, kurze Signale, mehr Rauschen
  • Niedriger Wert: ruhigeres Bild, mehr Reichweite, schlechtere Trennung

Ein Gedankenbeispiel

Ein rostiger Nagel liegt wenige Zentimeter neben einer kleinen Kupfermünze. Mit niedriger Erholzeit verschmelzen beide Antworten zu einem Ton, der nach Eisen klingt, und die Münze bleibt womöglich im Boden. Mit höherer Einstellung bekommst du zwei getrennte Signale und kannst entscheiden, wo du gräbst.

Typische Missverständnisse

„Höher ist immer besser“ stimmt nicht. Wer die Erholzeit hochdreht, ohne den Boden sauber abzugleichen, erzeugt vor allem Zwitschern und Fehlsignale. Die Recovery Speed ist außerdem keine Empfindlichkeitseinstellung: Sie wirkt zeitlich, nicht in der Signalstärke. Und sie ersetzt keine kleinere Spule, die Ziele räumlich trennt. Wie sich beides ergänzt, erklärt der Überblick zu den Suchspulen im Überblick.

So gehst du beim Einstellen vor

Beginne mit dem Werkswert und verändere ihn nur, wenn ein konkretes Problem auftritt. Gehen zwei nahe Ziele ineinander über, erhöhst du die Erholzeit um eine Stufe. Wird das Gerät unruhig, senkst du sie wieder. Hilfreich ist eine bekannte Stelle, an der du zwei Metallstücke mit kleinem Abstand ablegst: Daran hörst du den Unterschied der Stufen sofort.

Abgrenzung zu verwandten Reglern

Die Diskriminierung entscheidet, welche Metalle überhaupt angezeigt werden. Die Recovery Speed entscheidet, wie schnell das Gerät zwischen zwei Zielen umschaltet. Beide wirken zusammen: Wer stark diskriminiert und gleichzeitig langsam arbeitet, überhört kleine Ziele neben Eisen doppelt leicht. Praktisch änderst du den Wert in kleinen Schritten und hörst dir an, wie sich der Ton über einer bekannten Stelle verändert. Schritt für Schritt beschreibt das der Ratgeber zum Metalldetektor richtig einstellen.

In der Praxis: Wie sich das bei der Gerätewahl auswirkt, erklären wir hier: Metalldetektoren für Fortgeschrittene.

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Welche Recovery Speed ist für Einsteiger sinnvoll?

Ein mittlerer Wert, den viele Geräte schon ab Werk voreinstellen. Erst wenn Ziele ineinander übergehen oder das Gerät rauscht, lohnt es sich, in kleinen Schritten zu ändern.

Macht eine hohe Recovery Speed den Detektor weniger tief?

Oft ja, denn die Elektronik hört mehr Rauschen mit, und schwache Signale gehen leichter unter. Der Effekt hängt vom Gerät und vom Boden ab.

Ist Recovery Speed dasselbe wie Empfindlichkeit?

Nein. Die Empfindlichkeit regelt, wie stark das Gerät auf Signale reagiert, die Recovery Speed, wie schnell es zwischen zwei Zielen umschaltet.

Redaktion Metalldetektor-Guide · Alle Begriffe